Die Neurochirurgie

Die Neurochirurgie beinhaltet in der Humanmedizin alle chirurgischen Eingriffe im Bereich des Gehirns, des Rückenmarks und der sogenannten peripheren Nerven. In der Tiermedizin gibt es in diesem Bereich jedoch noch einige Abstriche, die chirurgischen Möglichkeiten am Gehirn selber beschränken sich zum Beispiel auf nur sehr wenige erfolgreiche Operationsmöglichkeiten. Hierfür gibt es auch nur sehr wenige Spezialisten und Kompetenzzentren in Europa. Wir beraten Sie aber auch in diesen Fällen gerne und vermitteln bei Bedarf den Kontakt. Wir selber betätigen uns in unserem Haus im Bereich des Rückenmarks, der peripheren Nerven und des knöchernen Hirnschädels.

Der Bandscheibenvorfall

Die chirurgische Versorgung eines Bandscheibenvorfalls ist mit Abstand der häufigste neurochirurgische Vorstellungsgrund. In diesem Bereich der Neurochirurgie hat jedoch ebenso wie in der Humanmedizin ein Umdenken stattgefunden: Wurde vor zehn Jahren noch fast jedem Bandscheibenpatienten eine Operation angeraten, geht man heute wesentlich differenzierter mit dieser Problematik um. Hierbei ist ebenso wie in allen Bereichen der Medizin zunächst eine umfassende Diagnostik nötig, um das größtmögliche Wissen um die aktuell vorliegende Problematik zu erlangen. Hierbei steht zunächst die umfassende neurologische Untersuchung des Patienten mit Prüfung aller Reflexe im Vordergrund, hierdurch kann eine sogenannte Neurolokalisation und eine Graduierung durchgeführt werden. Erst im Anschluss ist es eventuell notwendig, weiterführende Diagnostik, wie zum Beispiel Computertomographie oder Magnetresonanztomographie, durchzuführen. Die sogenannte Graduierung des Bandscheibenvorfalls in einen Grad I–V erfolgt aus den klinischen Symptomen und dem Ergebnis der neurologischen Untersuchung. Diese Graduierung ist die Grundlage für die Entscheidung, ob eine Operation durchgeführt werden soll. Mit einigen Ausnahmen werden Bandscheibenpatienten mit Grad I–II (teilweise auch noch Grad III) nicht chirurgisch versorgt. Eine konservative Therapie mit Medikamenten, Ruhighaltung und Physiotherapie ist in diesen Fällen sehr erfolgversprechend. Nur wenn es sich um einen höheren Grad handelt, sollte eine chirurgische Intervention durchgeführt werden, hierfür ist dann eine genaue Lokalisation und Visualisierung der vorgefallenen Bandscheibe mittels CT oder MRT notwendig.