Die Tumorchirurgie

Die Tumorchirurgie oder auch onkologische Chirurgie stellt ebenso wie in der Humanmedizin ein immer größer werdendes Gebiet dar. Das Bewusstsein aus der Humanmedizin, einen vorhandenen Tumor schnellstmöglich untersuchen und gegebenenfalls auch schnellstmöglich chirurgisch entfernen zu lassen, hält dankenswerterweise nun auch Einzug in die Tiermedizin. Hieß es doch früher häufig nur „Na ja, da hat er eben einen Gnubbel“, werden Tierbesitzer heute immer sensibler bei diesem Thema. Die Häufigkeit des Vorkommens einer Tumorerkrankung ist bei unseren Haustieren sogar noch größer als bei uns Menschen, umso mehr sollte das Augenmerk von Tierbesitzern und Tierärzten auf dieses Thema gelenkt sein.

Die Wichtigkeit der Tumordiagnostik

In unserem Haus wird ein ganz besonderes Augenmerk auf Tumorerkrankungen gelegt und ebenso wie in allen anderen Bereichen zunächst eine ausführliche Diagnostik durchgeführt. Neben dem Wissen um den genauen Ursprung und den Typ des Tumors ist eine weitere essentielle Frage: „Gab es bereits eine Metastasierung?“ Um zunächst zu erfahren, ob es sich um einen bösartigen oder gutartigen Tumor handelt und ob und wie ich ihn behandeln kann, muss mit nur sehr wenigen Ausnahmen eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden. Dieses kann häufig mit einer sehr schmerzarmen Feinnadelaspiration (wie eine normale Spritze) erreicht werden. Das Risiko einer „Verschleppung“ oder Metastasierung durch genau eine solche Biopsie ist wissenschaftlich untersucht und mit nur zwei Ausnahmen verschwindend gering. Ein Tumor kann nur über sein zugrundeliegendes Gewebe oder seine Zellen sicher diagnostiziert werden. Eine „Griffdiagnose“ oder eine „Blickdiagnose“ ist selbst mit noch so viel Erfahrung nicht möglich! Stellen Sie sich selber einmal die Frage, ob Sie damit zufrieden wären, wenn Sie bei sich in der Brust oder Ihrem Hoden einen Knoten festgestellt hätten und Ihr Arzt würde nach einem einzelnen Griff sagen: „Der Knoten ist gutartig, da müssen wir nichts machen.“ Mal abgesehen davon, dass ein Humanmediziner so etwas hoffentlich nie machen würde.

Die Behandlung von Tumoren

Liegt bei Ihrem Liebling nun nach der oben geschilderten Diagnostik tatsächlich ein bösartiger Tumor vor, ist längst noch nicht alles verloren, ganz im Gegenteil, bei fehlender Metastasierung und genauer Therapieplanung kann in vielen Fällen kurativ operiert werden. Das heißt, wenn man den genauen Tumortyp kennt und entsprechend sorgfältig mit dem für diesen Tumor notwendigen Sicherheitsbereich operiert, kann eine vollständige Heilung erzielt werden. Aber auch wenn es sich um einen inoperablen Tumor handelt, eine Metastasierung bereits eingetreten ist oder eine Operation aus anderen Gründen nicht in Frage kommt, ist es eventuell noch nicht aussichtslos. Hierzu lesen Sie bitte weiter unter Onkologie.