Die Computertomographie

ie Computertomographie ist in unserer Klinik ein bereits etabliertes Verfahren und stellt eins der modernsten diagnostischen Verfahren in der Tiermedizin dar. Durch die Untersuchung mit einem Multislice-Spiral-CT können einige Erkrankungen heute überhaupt erst diagnostiziert werden und viele andere Krankheiten wesentlich exakter. Die Beurteilung submillimetergenauer Schnittbilder aus jeder erdenklichen Raumrichtung des Körpers und dreidimensionale Rekonstruktionen helfen nicht nur in der Diagnosefindung, sondern auch bei der präzisen Therapieplanung.

Der Computertomograph

Die Computertomographie ist ein hochmodernes Schnittbilddiagnoseverfahren, das dreidimensionale, digitale Aufnahmen des gesamten Körpers liefert. Bei CT-Geräten der neuesten Generation rotiert eine Röhren-Detektoren-Einheit um den Patienten, während dieser mit einem genau definierten, permanenten Vorschub durch den Röhren-Detektor-Ring (Gantry) gefahren wird. Die dabei emittierten Strahlen werden – je nach Dichte des Gewebes – abgeschwächt, von mehreren Detektorreihen erfasst und mittels Software aufbereitet. Solch ein Scan dauert dabei nur wenige Sekunden. Notwendige, weitere Untersuchungen und Berechnungen können dann anhand der sogenannten Rohdaten am Computer durchgeführt werden, ohne dass der Patient ein erneutes Mal gescannt werden muss. Die Computertomographie kommt immer dann zum Einsatz, wenn andere bildgebende Untersuchungsverfahren wie Röntgen und Ultraschall an ihre Grenzen stoßen. Dabei kann ein Patient in nur wenigen Sekunden komplett gescannt und die Organe und Knochen überlagerungsfrei dargestellt werden. Der von uns eingesetzte Computertomograph der Firma Toshiba erreicht die heute größtmögliche Genauigkeit von 0,5-Millimeter-Schichten. Durch die Mehrzeilentechnik können sogenannte isometrische Volumendatensätze erzielt werden, wodurch es möglich ist, Bilder in allen Raumrichtungen zu erzeugen. Hiermit ist es, neben der 3D-Darstellung, sogar möglich, eine virtuelle Endoskopie von Hohlraumstrukturen durchzuführen. Durch die Verwendung spezieller Kontrastmittel können sämtliche Gewebe des Körpers dargestellt werden. Hierbei kann sogar zwischen intaktem und verändertem Gewebe unterschieden werden.

Die Computertomographie und die Magnetresonanztomographie

Die Computertomographie ist somit universell in allen Körperregionen einsetzbar – im Gegensatz zur Magnetresonanztomographie (MRT), bei der nur gewisse Körperregionen und Gewebe dargestellt werden können. Mit der CT ist es heute sogar möglich, Regionen des Körpers zu untersuchen, die uns bislang verschlossen blieben, wie z. B. Gehirn, Wirbelsäule, Rückenmark, Bandscheiben, Nasen- und Nasennebenhöhlen und das Mittelohr. Die computertomographische Untersuchung eines Patienten ist zwar ein sehr schnelles Untersuchungsverfahren, für eine optimale Bildqualität und genaue Diagnose ist es aber unabdingbar, dass sich das Tier während des Scans nicht bewegt. Deshalb ist es notwendig, die Untersuchung unter Vollnarkose durchzuführen. Hierfür verwenden wir eine schonende Inhalationsnarkose mit Monitorüberwachung. Nachdem der Patient in Narkose versetzt und korrekt gelagert ist, wird die zu untersuchende Region in nur wenigen Sekunden gescannt und der Patient kann wieder aufwachen oder direkt für einen chirurgischen Eingriff vorbereitet werden. Falls weitere Untersuchungen oder Berechnungen notwendig sind, können diese anhand der gespeicherten Rohdaten auch noch Tage und Wochen nach der Untersuchung durchgeführt werden. Alle Untersuchungsergebnisse werden als digitale DICOM-Daten auf unserem Server gespeichert und anschließend dem Tierbesitzer dreidimensional am Monitor demonstriert. Dem überweisenden Haustierarzt werden die Bilddaten per E-Mail oder DVD zusammen mit einem ausführlichen Untersuchungsbericht übermittelt.

Die Einsatzgebiete

Einsatzgebiete der Computertomographie sind vielschichtig, von der Untersuchung uns bislang unzugänglicher Körperregionen über eine Verbesserung bestehender Diagnostik bis hin zu genauerer Feststellung von Ausbreitungen und Therapieplanungen. Bei einem Multitraumapatienten, wie zum Beispiel nach einem Autounfall, kann wie in der Humanmedizin ein Ganzkörperscan in nur wenigen Sekunden durchgeführt werden, um alle Verletzungen zu erkennen. Weitere Einsatzgebiete für eine CT sind:

  • Abdomen (Bauchhöhle), z.B. Tumorerkrankungen, Multitrauma, Blutgefäßmissbildungen, Harnleiter- und Nebennierenerkrankungen, Aortenthrombus
  • Gehirn, z. B. Epilepsie, Tumorverdacht, Infarkte, Hydrocephalus, Blutungen
  • Nasenhöhle, z. B. Tumore, Fremdkörper, Infektionen
  • Orthopädie (Lahmheitsdiagnostik), z. B. Ellbogengelenksdysplasie, OCD, HD, Luxationen, Tumore, Frakturen
  • OP-Planung, Messungen und 3D-Darstellungen
  • Onkologie (Krebsdiagnostik), z. B. Metastasensuche, Tumorstaging, Ausbreitungsdarstellung;
  • Ohr, z. B. Tumore, Mittelohrentzündungen, Vestibularsyndrom, Polypen;
  • Schädel, z. B. Tumore, Frakturen, Missbildungen, Brachiocephalensyndrom;
  • Thorax (Brustkorb), z. B. Lungendiagnostik, Tumore, Traumadiagnostik, Fremdkörper, z. B. in den Bronchien, Stockverletzungen;
  • Wirbelsäule, z. B. Bandscheibenvorfall, Tumore, Rückenmarkserkrankungen, Frakturen, Luxationen, Cauda-equina-Syndrom, Diskospondylitis, Spondylarthrosen;
  • Zähne, z. B. Tumore, Missbildungen, Fehlstellungen, Kieferabszesse.